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Kolumne Sascha A. Pilling Von Sascha A. Pilling 15.07.2026

Gefahrendetektion: Im Tank war eine Flüssigkeit. Auf die Intensivstation brachte mich die Luft.

Wie mich eine Ammoniakgasexposition zu einer einfachen Frage brachte: Warum warnen wir Menschen erst, wenn ihr eigener Körper längst zum Sensor geworden ist?

Gefahrendetektion: Im Tank war eine Flüssigkeit. Auf die Intensivstation brachte mich die Luft.

Ich transportierte 24,9-prozentige Ammoniaklösung im Tank. UN 2672, Gefahrgut der Klasse 8. Während der Entladung kam es zu einer Gasfreisetzung. Es gab keine Warnung, bevor mir die Luft zum Atmen fehlte.

Neun Tage später brannten meine Augen noch immer, Geruchs- und Geschmackssinn waren beeinträchtigt.

Als mir die Idee für VAKTEN und HJÄRTA kam, stand im Kern genau diese Frage dahinter: Wie lassen sich Zustände früher sichtbar machen, bevor ein Mensch selbst bemerken muss, dass etwas nicht stimmt?

HJÄRTA und VAKTEN sind aus dieser Denkweise entstanden. HJÄRTA erfasst technische Zustände und Messwerte. VAKTEN macht daraus verständliche Information.

Um die Entwicklung unabhängig voranzubringen, arbeitete ich zeitweise als Lkw-Fahrer im ADR-Bereich. Genau dort wurde aus einer abstrakten technischen Frage plötzlich etwas sehr Persönliches.

Was war passiert?

Während des Entladens kam es zu einem technischen Defekt. Gas trat aus. Ich hatte keinen Einfluss darauf, und jeder andere Fahrer hätte in dieselbe Situation geraten können.

Es gab keine Warnmeldung.

Auf einmal bekam ich keine Luft mehr. Bis ich meine ABC-Maske aufgesetzt und den Filter aktiviert hatte, verging nicht viel Zeit. Aber dennoch zu viel.

Ich wurde anschließend wegen einer Ammoniakgasexposition mehrere Tage stationär behandelt.

Der Mensch sollte nicht der Sensor sein

Im Brandschutz gilt für mich seit Jahren ein einfacher Grundsatz: Das oberste Schutzziel ist der Schutz von Menschenleben.

Deshalb stellte ich mir nach dem Unfall Fragen.

Warum sind Fahrerkabinen bei der Be- und Entladung gefährlicher Stoffe nicht konsequenter als Schutzräume gedacht? Warum gehört geeignete Gasdetektion nicht selbstverständlich zu jedem Schutzkonzept, wenn gefährliche Gase oder Dämpfe entstehen können?

Technisch sind solche Lösungen grundsätzlich möglich. Entscheidend ist nicht, ob jede denkbare Gefahr vollständig ausgeschlossen werden kann. Entscheidend ist, ob ein Mensch früher gewarnt werden kann.

Was hätte früher warnen können?

HJÄRTA selbst ist kein Gassensor und kein zugelassenes Gaswarnsystem.

Aber das technische Prinzip dahinter ist genau das, was mich an dieser Frage beschäftigt: Ein geeigneter Sensor erkennt einen Zustand oder Messwert. HJÄRTA kann ein solches Signal erfassen. VAKTEN kann daraus eine verständliche Information machen.

Im einfachsten Fall lautet sie nur:

Gas erkannt.

Oder:

Grenzwert überschritten.

Ob ein solches System meinen konkreten Unfall verhindert hätte, kann ich nicht behaupten. Aber eine frühere eindeutige Warnung hätte mir möglicherweise zusätzliche Sekunden gegeben, um die Maske aufzusetzen und den Gefahrenbereich zu verlassen.

Genau darin liegt für mich der eigentliche Punkt.

Menschen sollten nicht erst mit Augen, Nase oder Lunge merken müssen, dass etwas nicht stimmt.

Zustände früher sichtbar machen

Als mir die Idee für VAKTEN und HJÄRTA kam, ging es nie darum, einfach eine weitere technische Kiste zu bauen.

Es ging darum, vorhandene Zustände sichtbar und verständlich zu machen.

Eine Tür ist geöffnet.
Ein Schließbereich ist belegt.
Eine Temperatur überschreitet einen Grenzwert.
Ein Signal bleibt aus.
Ein geeigneter Sensor erkennt eine gefährliche Konzentration.

HJÄRTA sieht den technischen Zustand.
VAKTEN macht ihn verständlich.

Ich wünsche mir, dass Hersteller und Betreiber den Schutz bei der Be- und Entladung gefährlicher Stoffe neu betrachten: geeignete Detektion, klare Warnung und Schutzkonzepte, die den Menschen nicht zum letzten Glied der Messkette machen.

Und ich suche Unternehmen, die bereit sind, solche Fragen praktisch zu untersuchen: Welche Informationen sind bereits vorhanden? Welche fehlen? Welche Sensorik wäre sinnvoll? Und wie lässt sich daraus eine einfache, belastbare Lösung entwickeln?

Denn manchmal braucht es keine große Revolution. Manchmal braucht es einen geeigneten Sensor. Ein Signal. Eine Warnung. Und vielleicht einen Menschen, der abends wieder nach Hause kommt.

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